Dein Leben. Deine Freiheit, bis zuletzt.

Wie wollen wir sterben, und wer darf das entscheiden? Wir von Letzte Freiheit e.V. setzen uns dafür ein, dass jeder Mensch in Deutschland selbstbestimmt sterben kann. Dabei suchen wir den pluralistischen Austausch zum Thema Sterbehilfe. Genauso wichtig ist uns, das Sterben aus der Tabuzone zu holen: Wir sprechen offen über Vorsorge, Patientenverfügungen, Beerdigungen und Trauer.

Selbstbestimmung ist unser Recht. Wir kämpfen für seine Umsetzung.

Sterben ist kein Problem von Geschlecht, Herkunft oder gesellschaftlichem Status, es ist etwas zutiefst Menschliches. Trotzdem hängt es in Deutschland heute oft von Zufällen ab, ob ein selbstbestimmter Tod überhaupt möglich ist: davon, ob man Zugang zu einem Verein findet, sich in den bürokratischen Abläufen zurechtfindet oder körperlich noch in der Lage ist, die nötigen Schritte selbst zu gehen.

Die Rechtslage ist dabei eigentlich klar: Das Bundesverfassungsgericht hat 2020 das Recht auf einen selbstbestimmten Tod als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts anerkannt. Damit hat Deutschland eines der liberalsten Gesetze zu diesem Thema, gerade weil es keine paternalistischen Rahmenbedingungen vorschreibt. Innerhalb dieses Rechtsrahmens herrschen in der Praxis jedoch große Unklarheiten, bei medizinischem Personal, bei Menschen mit Sterbewunsch und bei Angehörigen gleichermaßen.

Genau hier setzen wir an. Wir wollen Klarheit in diese Bereiche bringen, nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis, damit jeder Mensch in Deutschland tatsächlichen Zugang zu einem selbstbestimmten Tod hat.

Wir alle werden sterben.

Neben der praktischen Umsetzung dieses Rechts auf einen selbstbestimmten Tod setzen wir uns auch für einen neuen gesellschaftlichen Umgang mit dem Sterben ein.

Wir glauben, dass ein offener Umgang mit dem Tod uns menschlicher macht: Er hilft uns, einfühlsamer miteinander umzugehen, und macht es leichter, später selbst mit Verlust und Trauer umzugehen. Deshalb ermutigen wir dazu, frühzeitig über Vorsorge, den eigenen Sterbewunsch und das Lebensende zu sprechen, statt das Thema bis zum letzten Moment zu verdrängen.

Sterben ist kein Tabuthema

Wir sprechen offen über den Tod, weil Verdrängen niemandem hilft.

Vorsorge betrifft dich nicht erst im hohen Alter

Ein Unfall oder eine plötzliche Erkrankung kann jeden treffen, unabhängig vom Alter. Wir helfen dir zu verstehen, welche Dokumente es gibt, welche davon du wirklich brauchst, und vor allem, wie du sie angehst.

Gemeinsam wird ein schweres Thema leichter

Im Austausch mit anderen Menschen verliert das Sterben einen Teil seiner Schwere.

Wir glauben, dass jeder Mensch das Recht auf einen selbstbestimmten Tod hat.

Veranstaltungen

Schwere Themen brauchen keinen schweren Rahmen

Wir sprechen über Vorsorge und Sterbehilfe dort, wo Gespräche leicht fallen: bei Tee und bei Pizza, in kleiner Runde und auf Augenhöhe. Diese beiden Formate sind aktuell in Planung, Termine folgen in Kürze.

In Planung

Testament & Tee

Ein ruhiger Nachmittag rund um Nachlass, Vollmachten und die Fragen, die man sich sonst kaum traut zu stellen.

In Planung

Patientenverfügung & Pizza

Ein entspannter Abend, an dem wir gemeinsam Schritt für Schritt eine Patientenverfügung durchgehen.

Drei Wege, bei uns Mitglied zu werden

Ab 30 €

Aktivmitgliedschaft

Für alle, die Zeit und Engagement einbringen wollen: in Arbeitsgruppen, bei Veranstaltungen oder im Austausch mit der Politik.

Ab 60 €

Passivmitgliedschaft

Für alle, die den Verein finanziell unterstützen möchten, ohne selbst aktiv mitzuarbeiten.

Ab 250 €

Fördermitgliedschaft

Für alle, die die Arbeit des Vereins substanziell tragen und den Aufbau beschleunigen wollen.

Beiträge sind nicht steuerlich absetzbar, weil der Verein politisch arbeitet. Mehr dazu in den häufigen Fragen und Antworten.

Wie entstehen unsere Positionen?

Eine interne Arbeitsgruppe aus Vereinsmitgliedern erarbeitet unsere Forderungen zum assistierten Suizid und zu Sterbehilfe generell. Damit unsere Positionen gesellschaftlich tragfähig sind, hören wir dabei bewusst viele unterschiedliche Stimmen an. Ein Expertenpool aus verschiedenen Fachbereichen steht der Arbeitsgruppe dafür jederzeit zur Seite. Am Ende stellen wir die erarbeiteten Grundsätze allen Mitgliedern vor und beraten und entscheiden gemeinsam darüber. So entstehen die Positionen, mit denen wir in die Politik gehen.

Unsere Experten: Fachwissen aus Medizin, Recht und Ethik

Der Expertenpool bündelt Wissen aus Medizin, Pflege, Recht, Ethik und Theologie und stellt es unserer Arbeitsgruppe sowie dem Vorstand bei inhaltlichen Fragen zur Verfügung. Eine Mitgliedschaft im Verein ist dafür nicht nötig.

Wenn du dein Fachwissen einbringen möchtest, freuen wir uns, dich im Expertenpool aufzunehmen.

Der Vorstand

Der Verein ist neu gegründet. Aktuell besteht der Vorstand aus diesen vier Personen.

Lea Banger

Gründerin & Vorsitzende

Lisa Röck

Stellvertretende Vorsitzende

Jonathan Beck

Schatzmeister

Patrick Konopka

Schriftführer

Häufige Fragen und Antworten

Bietet ihr Freitodbegleitungen an?

Nein. Letzte Freiheit e.V. begleitet selbst keine Menschen bei einem assistierten Suizid, das übernehmen spezialisierte Sterbehilfeorganisationen. Wir haben uns bewusst gegen ein solches Angebot entschieden, weil wir uns als politische Interessenvertretung verstehen und keinen Interessenkonflikt riskieren wollen: Unser Ziel ist es, das bereits bestehende Recht auf einen assistierten Suizid in der Praxis für jeden zugänglich zu machen, nicht der Aufbau eines eigenen Angebots dafür.

Nein. Leider wurden wir vom Finanzamt nicht als gemeinnützig anerkannt, da wir die politische Interessenvertretung als eines unserer zentralen Ziele formuliert haben. Wir sind aber intern im Gespräch und werden uns zu einem späteren Zeitpunkt erneut um die Gemeinnützigkeit bemühen, denn sowohl unsere Satzung als auch unsere Strukturen sind gemeinnützig gedacht und aufgebaut.

Ja, sehr gerne. Auch wenn wir formal in Konstanz ansässig sind, sind wir deutschlandweit aktiv. Unsere Sitzungen finden digital beziehungsweise hybrid statt, sodass eine Mitarbeit unabhängig vom Wohnort möglich ist.

Ja. Unsere Infoveranstaltungen sind ausdrücklich öffentlich, Interessierte sind herzlich willkommen. Je nach Veranstaltung erheben wir eventuell einen kleinen Eintrittsbetrag, um unsere Rednerinnen und Redner zu finanzieren. Bei internen Abstimmungen, etwa im Rahmen der Mitgliederversammlung, haben jedoch nur Mitglieder ein Stimmrecht.

Die Begriffe aktive, passive und indirekte Sterbehilfe gelten mittlerweile als veraltet und werden zunehmend vermieden, schon der Deutsche Ethikrat empfahl das 2006, weil sie missverständlich und wertend zugleich sind.

Klarer sind folgende Bezeichnungen: Tötung auf Verlangen (ehemals aktive Sterbehilfe) bedeutet, dass eine andere Person gezielt den Tod herbeiführt, das ist in Deutschland strafbar. Der Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen (ehemals passive Sterbehilfe) meint den Verzicht auf oder das Beenden solcher Maßnahmen entsprechend dem Willen der betroffenen Person, das ist erlaubt. Beim assistierten Suizid nimmt die betroffene Person das todbringende Mittel selbst ein, eine andere Person leistet lediglich Hilfe dazu.

Ja. Das Bundesverfassungsgericht hat am 26.02.2020 entschieden, dass jeder Mensch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben hat, als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, einschließlich der Freiheit, sich dabei von Dritten helfen zu lassen. Damit ist die Rechtslage eigentlich klar, Deutschland hat eines der liberalsten Gesetze zu diesem Thema überhaupt, gerade weil es keine paternalistischen Einschränkungen macht. In der Praxis herrscht trotzdem viel Unsicherheit, etwa bei Ärztinnen und Ärzten, weil es an konkreten Strukturen für die Umsetzung fehlt. Genau hier setzen wir mit unserer Arbeit an.

Letzte Freiheit e.V. ist ein politischer Interessenverband und begleitet selbst keine Menschen bei einem assistierten Suizid. Wenn du dich mit einem Sterbewunsch auseinandersetzt, können dir spezialisierte Sterbehilfeorganisationen wie DGHS, Verein Sterbehilfe, Dignitas Deutschland oder LINUS Sterbehilfe weiterhelfen. Solltest du dich hingegen gerade in einer akuten Krise befinden, wende dich bitte an die Telefonseelsorge, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111.

Werde Mitglied und bring das Thema voran.

Selbstbestimmung am Lebensende wird nur zum politischen Thema, wenn genug Menschen dahinterstehen. Schreib uns auch, wenn Du Fachwissen einbringen willst, für die Presse recherchierst oder einfach eine Frage hast.